Januar 2011

Bobby

Wau, da bin ich wieder und als erstes möchte ich Ihnen nochmals ein

Gutes Neues Jahr mit viel Glück und Gesundheit wünschen!

Wie wichtig Gesundheit ist, merkt man leider häufig erst, wenn man selber oder die Liebsten krank sind. Und auch wenn alle in der Praxis täglich mit Erkrankungen und deren Behandlung umgehen, ist es immer noch eine andere Situation, wenn das eigene Tier betroffen ist.
Leider hatten wir davon im Dezember eine echte Serie und hoffen nun im Neuen Jahr, dass erstmal keine weiteren Erkrankungen bei den Tieren im Team auftreten.

Laura`s Mutter mit Emaly nach der Operation

„Emaly“, die Eurasierhündin von Laura, unserer Auszubildenden im ersten Lehrjahr, hat leider Brustkrebs und Dr. Rogalla entfernte ein Mammakarzinom. Leider ergab die pathologisch-histologische Untersuchung des Tumors, dass der Krebs bereits in die Lymphbahnen eingebrochen ist und somit trotz erfolgreicher Operation keine Heilung mehr zu erzielen ist. Vor der Operation haben wir natürlich die Lunge von „Emaly“ geröntgt, um zu überprüfen, dass dort nicht bereits Metastasen vorliegen. Die Lunge war frei und die Operation hat die Hündin trotz ihrer 11 Jahre sehr gut überstanden.

Nun wird sie regelmäßig nachkontrolliert, erhält naturheilkundliche Präparate und ist fit und hat gute Laune. Laura war natürlich sehr traurig und versucht nun jeden Tag mit „Emaly“ zu genießen.

Julia mit ihrer „Cola“

Auch Julias Hund „Cola“ erkrankte im Dezember schwer. Sie hatte neurologische Ausfallerscheinungen, manchmal fallen die Stellreflexe der Hintergliedmaßen aus, d.h., sie sackt hinten ein, machmal hat sie Streckkrämpfe in den Vordergliedmaßen, einen starken Tremor, d.h., unentwegtes Zittern des Kopfes und Körpers. An manchen Tagen konnte sie sich kaum auf den Beinen halten. Inzwischen geht es ihr durch die Infusionsbehandlung und Einnahme von Medikamenten schon wieder viel besser, und wir sind alle sehr froh darüber.

Doch damit waren die Aufregungen im Team nicht zu Ende.

Brianna hat alles gut überstanden, jetzt muß die Kleine die verlorenen Pfunde wieder zunehmen – Sinah ist heilfroh

Sinah, unsere Tierarzthelferin im ersten Berufsjahr, meldete sich Samstag abends bei meinen Frauchen und berichtete, dass es ihrer 6 Monate alten Antikdoggenhündin „Brianna“ gar nicht gut gehen würde. Sie erbrach sich, hatte Schmerzen und wirkte sehr matt. Meinen Frauchen war klar, dass hier ein massives Problem vorliegen musste, wenn Sinah am Wochenende verzweifelt anrief, wir verabschiedeten uns von unseren Freunden und dem schönen Abendessen und fuhren in die Praxis, um „Brianna“ zu untersuchen.

 

Sinah hatte Recht, ihr Hund war schwer krank und musste sofort operiert werden. Das Röntgenbild gab einen Hinweis auf eine Invagination. Bei einer Invagination schieben sich Darmteile ineinander, was sehr schnell zu Verklebungen führt und dadurch entsteht ein Darmverschluß. Nach Vorbereitung der OP wurde „Brianna“ in Narkose gelegt und nach Eröffnen der Bauchhöhle bestätigte sich der Verdacht: es lag eine massive Invagination vor, die freipräpariert werden musste und leider musste auch ein 30 cm langes Darmstück entfernt werden. Sinah war sehr tapfer, assistierte während der Operation hervorragend und fuhr die Narkose perfekt. Hinterher hat sie mir verraten, dass sie sich die ganze Zeit gesagt hat: „ das ist gar nicht mein Hund!“, um ruhig und professionell arbeiten zu können.
Ohne den Eingriff wäre „Brianna“ gestorben, inzwischen sind schon die Fäden gezogen und sie tollt wieder putzmunter durch die Gegend. Wir alle freuen uns jedes Mal sehr, wenn wir sie sehen und denken an diese lange Samstagnacht zurück!

Sira mit Dr. Rummel, Sira wurde nach der Operation täglich intensiv behandelt

Aber damit hört die Geschichte der kranken praxiseigenen Tiere noch nicht auf!

Unsere eigene Katze „Sira“, meine kleine schwarze Freundin, zeigte seit einiger Zeit Symptome einer Blasenentzündung (siehe Erkrankung harnableitender Organe bei der Katze FLUTD und Fall des Monats 4/2004), Ultraschall und Röntgen hatten keinerlei Befund erbracht, die Urinuntersuchung ergab eine bakterielle Infektion und „Sira“ wurde nach Erstellen eines Antibiogramms mit Antibiotika, Schmerzmitteln, naturheilkundlichen Medikamenten und krampflösenden Mitteln behandelt. Trotzdem klangen die Symptome nicht wirklich ab, auch wenn es besser wurde.

 

Deswegen schallten und röntgten meine Frauchen „Sira“ erneut, diesmal waren Veränderungen sichtbar, und es wurde die Verdachtsdiagnose auf Blasenkrebs gestellt. Leider hat sich dies bei der Operation bestätigt, 4/5 der Blase mussten entfernt werden und der Krebs ist bereits in den Lymphbahnen eingedrungen. Ich bin sehr traurig, dass „Sira“ unheilbar erkrankt ist. Gott sei Dank hat sie die Operation inzwischen gut überstanden und ich wünsche mir sehr, dass sie noch eine lange, lange Zeit mit uns zuhause hat.
Ich erzähle dann beim nächsten Mal weiter, wie es ihr geht und welche weitere Behandlung sie erhält.
Also, wir hatten einen wirklich aufregenden Dezember und hoffen, dass nun erstmal die Serie der Erkrankungen der praxiseigenen Tiere beendet ist.

Natürlich möchte ich Ihnen auch diesmal einige Patienten vorstellen:
Bei „Finja“, dem Welpen von Familie Neitzel, dachte ich ja zuerst es kommt ein kleiner Bär zu uns, aber es war eine süße Leonbergerhündin, die zur Erstvorstellung und Impfung bei uns war.

Ungefähr gleich alt ist „Attila“, der Jack Russel Rüde der Familie Pallischeck, der ebenfalls zur Impfung kam. Allerdings eine etwas andere Gewichtsklasse als „Finja“.

Durchfallprobleme hatte der kleine Kater „Clark“ von Frau Tänzer. Inzwischen geht es ihm wieder gut, und wir haben gleich auch schon Impfung und Kastration (siehe Kastration Kater und Fall des Monats 2/2007) angesprochen und geplant.

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Herr Dombrow stellte uns „Lara“, eine Mischlingshündin aus Rumänien, vor. Auch sie hat Durchfallprobleme und wird behandelt. Sie hat großes Glück gehabt über den Tierschutz nach Deutschland gekommen zu sein und nun ein super Zuhause bei ihrem Herrchen zu haben.

„Elli“ und „Gini“, die zwei wunderschönen Tibetterrierdamen von Herrn Ziegler, wurden bei uns kastriert (siehe Kastration der Hündin und Fall des Monats 2/2006), für den Zuchtverband hauptgeröngt, auf Patellaluxation untersucht und die Zähne wurden professionell gereinigt. Bei der Kontrolle erregten sie im Wartezimmer Bewunderung mit ihren schicken Bodys!

Eine Schönheit ist auch „Shadow“ der 11-jährige Norwegerwaldkater von Frau Pyka. Bei ihm wurde die Impfung und gleichzeitig eine Blutuntersuchung als Seniorcheck durchgeführt. Alle Blutwerte waren im Normbereich und sein Frauchen war froh, dass ihr Liebling topfit ist.

Am nächsten Tag geht die Kleine schon wieder spazieren, doch bei dem nassen Wetter muß der Verband geschützt werden

Die Hündin „ Mila“ von Herrn Schüler hatte sich eine große Schnittverletzung an der Pfote zugezogen, der Blutverlust war sehr groß und die Wunde musste in Narkose von Dr. Rogalla genäht werden.


Nun mache ich es mir an der Heizung gemütlich und lasse „Sira“ ein bisschen in meinem Körbchen schlafen, das mag sie nämlich sehr gerne und ich bin froh, dass es ihr den Umständen entsprechend gut geht.
Auf diesem Wege möchten wir uns alle recht herzlich für die liebe Weihnachtspost bedanken.
Auch freut sich mein Frauchen immer sehr, wenn wir auf diesem Wege wieder etwas von unseren Patienten, die von so weit gekommen sind, etwas hören, wie von meinen Kumpels, die Goldakupunktur erhalten haben. Wenn wir dann nach Jahren des Eingriffs erfahren, dass sie immer noch gut laufen, bin ich immer ganz begeistert.
Die dramatische Geschichte von Sinah`s Welpen erfahren Sie genauer im Fall des Monats.

Bis zum nächsten Mal
CIAO
Ihr Bobby