Juni 2004

BobbyÜberraschung, diesmal schreibe ich aus Italien.

Wir sind in Apulien, genauer im Salento – das ist ein Teil des Absatzes vom italienischen Stiefel.
Mir gefällt hier besonders gut, dass wir von zwei Meeren umspült werden, dem adriatischen Meer im Nordosten und dem ionischen im Süden. Ist es mir zu windig an der adriatischen Küste, fahren wir schnell hinüber zur anderen Seite ( das sind nur knapp 40 km) , wo es dann windstill und wärmer ist.

 

 

 

 

Salento Apulien

Unschlagbar sind allerdings die uralten Olivenhaine, in denen wir jeden Tag wandern.

Olivenbäume

Hier wachsen die ältesten Olivenbäume Italiens, mein Frauchen ist völlig begeistert und fotografiert sie immer wieder. Ich frage mich oft, was das soll, will sie zuhause einen Bilderwald aufbauen?
Na ja, jedem sein Plaisir, mir gefallen die dicken Stämme ja auch- zumindest für bestimmte Dringlichkeiten!
Das Beste am Urlaub ist jedoch, das Frauchen für mich den ganzen Tag Zeit hat, ich weiche keinen Augenblick von Ihrer Seite.
Dafür nehme ich auch die Reise in der Flugkiste in Kauf. Kurz vorher ist mir immer übel vor Aufregung, doch dann bekomme ich von Frauchen einen kleinen Pieks in den Po, so dass ich wegdöse: der Flug, die Landung, das Ausladen lassen mich so völlig kalt, ich habe inzwischen allerdings auch Routine mit dem Fliegen und weiß, daß Frauchen mich wieder in Empfang nimmt, die Welt dann anders schnuppert, die Tage wärmer sind, das Meer unter dem Fenster rauscht.
Oft liege ich auf der Dachterrasse in der Sonne und beobachte das Treiben im Ort . Viele meiner Kumpel laufen hier den ganzen Tag alleine durch die Gegend, sie haben sich zu zweit oder zu dritt zusammengeschlossen und ziehen von Restaurant zu Restaurant, wo sie gefüttert werden. Manche haben auch ein Halsband um, dann weiß man, dass sich jemand um sie kümmert, doch nur wenige werden so gepflegt und gehören so eng zur Familie wie ich es von zu Hause gewohnt bin. Das ist traurig.

Ich bin sehr froh, dass ich so geliebt werde und auf mich aufgepasst wird. Ich habe mir fest vorgenommen, jetzt wieder morgens beim Zähneputzen stillzuhalten und auch in 4 Wochen, wenn ich Blut abgenommen bekomme wegen der furchtbaren Krankheiten, die wir Hunde hier im Süden bekommen können, werde ich mich vorbildlich benehmen – versprochen bei meinem Hundeehrenwort!

Bobby

In ein paar Tagen fliegen wir zurück.
Ab Pfingsten kann ich wieder erzählen, was in der Praxis tagtäglich passiert.
Doch zunächst freue ich mich auf meine drei Katzenfreunde zuhause.

EnricoHier habe ich auch einen kleinen Katzenwelpen – Enrico, il Bianco kennengelernt, mit dem ich zu gerne spielen wollte – er aber nicht mit mir. Er versuchte, mich mit seinem Fauchen zu beeindrucken. Er riss sein kleines Mäulchen ganz weit auf und kleine Zähnchen blitzten mich an – zu niedlich, dachte ich. Als er dann mit seinen Minitatzen nach mir ausholte, gab ich mich geschlagen. „Ho fatto finta” (habe so getan, als ob), um dem kleinen Kerl eine Freude zu machen!
Wie kann er denn auch wissen, dass bei mir Katzen absolut Vorfahrt haben!Enrico
Meine Freunde zu Hause schlafen in meinem Körbchen, wird es eng, räume ich freundlicherweise mein Bett und schlafe auf dem Boden weiter- sie überlassen mir zwar immer generös ihr Katzenkörbchen: doch erstens: wie komme ich auf die Fensterbank und zweitens: passe ich eh nicht hinein!

Enrico durfte mir sogar in den Schwanz beißen. Nach dieser Mutprobe war er so erschöpft, dass er auf den Arm seines Frauchens sofort einschlief.
A presto, mi faccio sentire. Ab Pfingsten sind wir wieder zu Hause.
Einen ganz lieben Gruß an Frau Dr. Weber und unser Superteam, dass unsere Praxis weiterversorgt. Wir sind stolz auf Euch.

Ciao Ihr Bobby