Juni 2011

BobbyWau, da bin ich wieder und zwar blendend gelaunt! Die Sonne scheint und ich liebe es, gemütlich in meinem Garten zu liegen und zu schlafen – immerhin werde ich dieses Jahr 14 Jahre alt und da braucht man schon ein bisschen mehr Ruhe!
Da haben andere Tiere, die sogenannten Nutztiere, größere Sorgen! Leider ist der Antrag der Grünen „ Tierschutz bei Tiertransporten verbessern“ im Bundestag abgelehnt worden!
So dürfen z.B. Rinder weiterhin 29 Stunden europaweit transportiert werden, bevor sie den Transporter das erste Mal für eine Pause verlassen können.
Also, ich bin da einer Meinung mit dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, der gesagt hat : „Nach wie vor werden Tiere über Tage hinweg durch die Welt gekarrt, anstatt vor Ort geschlachtet zu werden, nur damit die Industrie ein paar Cent mehr Profit pro Schlachttier einstreicht.“
Meine Frauchen haben mir erzählt, dass sich inzwischen auch in der Tierärzteschaft vermehrt Widerstand gegen die rein profitorientierte Aufzucht, Haltung und Schlachtung der Tiere formiert!
TierärztInnen müssen sich mutiger schützend vor die Nutztiere stellen und deren Interessen im Hinblick auf Unversehrtheit gegen die ökonomischen Interessen wahrnehmen.
So wird zur Zeit ein Tierschutzlabel diskutiert, um z.B. den Verbrauchern bewußtere Kaufentscheidungen zu ermöglichen – wir halten Sie zu dem Thema auf dem Laufenden.
Schon jetzt haben wir alle als Verbraucher bei jedem Kauf von Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln eine Wahlmöglichkeit und damit auch eine große Macht – nutzen Sie sie im Sinne des Tierschutzes!!!
Weidehaltung macht übrigens nicht nur Kühe und Schafe glücklicher, sondern reduziert erheblich das Borrelioserisiko für Mensch und Tier.
Immerhin 60% ! niedriger ist die Infektionsgefahr für Borreliose auf einer extensiv beweideten Fläche im Vergleich zu Brachland. Zecken verlieren die Erreger, wenn sie an einem Wiederkäuer saugen und können in kurzem, trockenem Weidegras weitaus schlechter überleben.
Ein Grund mehr reine Stallhaltung zu verbieten!
Mein Frauchen, Dr. Rummel wird bald wieder im Radio zu hören sein und diesmal ist das Thema besonders für uns Hundekumpels interessant: Das Verreisen mit Haustieren in den Urlaub – na, damit sind doch hauptsächlich wir Hunde gemeint! Da fallen mir doch gleich die sogenannten Reisekrankheiten ein.
Also sagt euren Besitzern Bescheid, da gibt es bestimmt Wissenswertes zu Hören

Mittwoch am 15.6.2011 von 10 – 11 Uhr im HR4 Radio

Außerdem wird Dr. Rummel im Juni wieder zur internationalen Katzentagung fahren, um sich über den aktuellen Stand der Katzenmedizin zu informieren – ich erzähle dann beim nächsten Mal davon.
Dr. Rogalla wird auch im Juni und Juli wieder Akupunkturfortbildungen für Tierärzte an der Uni Gießen und Berlin halten, diesmal darf ich sogar mit, da Dr. Rummel ja gleichzeitig auf der Katzenfortbildung ist.
Ich werde übrigens jetzt auch regelmäßig genadelt, als Unterstützung für meine alten Knochen – ist prima – und das Aufstehen geht seitdem tatsächlich viel besser!

Dann muß ich natürlich noch berichten, dass wir alle stolz sind auf Selina, unsere Auszubildende im 2. Lehrjahr, sie hat die
Zwischenprüfung mit gut bestanden! Herzlichen Glückwunsch!!!

Unsere Aktion „Impfen für Afrika“ war ein Riesenerfolg! Viele Patientenbesitzer kamen am Aktionstag zur Impfung und wir konnten der Organisation Tierärzte ohne Grenzen eine große Summe (50% der Impfeinnahmen) spenden.
Vielen Dank an alle. die teilgenommen haben!!!

Auch Frau Hoffmann ließ „Stimpy“ ihren 12-jährigen Kater an diesem Tag bei uns schutzimpfen.

Frau Schwarz hat uns „Sherry“, ihre inzwischen10-jährige Golden Retrieverhündin vorgestellt – bei ihr hat Dr. Rogalla im Jahr 2000! eine Goldimplantation wegen beidseitiger Hüftgelenksdysplasie als Jugendprophylaxe durchgeführt und sie läuft bis jetzt wunderbar ohne Gabe von Schmerzmitteln trotz der starken Hüftarthrose! Das fand ich wirklich beeindruckend!
Nun hat sie leider eine Zubildung an der Brustdrüse und wurde deswegen untersucht.

„Komet“, das Zwergkaninchen der Familie Wagner, hat leider eine chronische Niereninsuffizienz und kommt nun deswegen regelmäßig zu Infusionen.

Familie Görisch zeigte uns „Java“, ihre Deutsche Schäferhündin, deren Popo leider gar nicht gut aussah. Die arme Dame hat Perianalfisteln und muß länger behandelt werden.

Dagegen ist ein Schnupfen angenehmer, deswegen kam nämlich „Sam“, das Kaninchen von Herrn Frotscher, zu uns. Nach der Behandlung geht es Sam viel besser, er kann nun wieder gut durchatmen.

Nun muß ich mich ein bisschen im Garten vom Schreiben erholen und wenn ich Glück habe, bringt mir mein Frauchen etwas Vanilleeis
(meine Lieblingssorte!) mit!

Bis bald
CIAO
Ihr Bobby