März 2020

Wau, nun gehen wir mit schnellen Schritten der warmen Jahreszeit entgegen – ein wenig verwirrt bin ich schon, denn irgendwie war es ja gar nicht richtig kalt, keine Frostperioden, kein Schnee … und ich wünsche mir sehr, dass es bloß nicht noch wärmer wird als im letzten Jahr.

Die Folgen der Erderwärmung, die ja für so viele Menschen- leider gerade für solche, die in wichtigen politischen Positionen sitzen – offensichtlich gar nicht so bedrohlich ist, wenn wir die Ergebnisse der Klimakonferenz des letzten Jahres betrachten. Die Betroffenen- nämlich unsere empörten Kinder standen draußen und protestierten – zu Recht, denn wenn sie so alt sind, dass sie ihre Forderungen politisch einklagen und umsetzen können, wird es für die Zukunft unseres Planeten zu spät sein.

2019 sind fünf Quadratkilometer sibirischer Wald verbrannt, in Grönland ist der 700 Jahre alte Gletscher Okjökull für immer verschwunden, in der kältesten Stadt der Welt- Jakutsk in Sibirien wurden im letzten Juli 30° gemessen (8° über dem Durchschnitt), in Australien brennt es immer noch, ich kann das Bild der durch das Inferno fliehenden Koalas nicht aus meinem Kopf löschen – Aber Millionen Tiere sind verbrannt und 250 Millionen Tonnen CO² durch das Feuer freigesetzt – die wiederum den Treibhauseffekt verstärken.

Die Arktis schmilzt. Auf Grönland schmelzen in 5 Tagen so viel Eis, um ganz Deutschland mit einer 7 cm hohen Wasserschicht zu bedecken.

Es ist tatsächlich Gefahr in Verzug und wir alle sind zum Handeln aufgefordert. Auch wenn die Probleme übermächtig erscheinen und so komplex verwoben, dass man glaubt, als einzelne Person nicht Einfluß nehmen zu können. Doch können wir – auch wenn der Schritt winzig erscheint, z. B., keinen coffee to go Becher mehr benutzen – Quatsch ? – nein – der Plastikberg wird auf Dauer kleiner – wenn wir sie nicht kaufen, werden auch keine mehr produziert.

Wir alle sind – zumindest moralisch- mitverantwortlich, was in dieser Welt passiert, und jede Person hat dazu ihre Möglichkeiten etwas zu ändern.

Wir, das Praxisteam, haben nun gemeinsam beschlossen, dass wir sowohl privat als auch als Praxis dem Aufruf von vielen Umweltorganisationen folgen und 7 Wochen am PLASTIKFASTEN teilnehmen werden.

https://www.hessenschau.de/gesellschaft/umweltorganisationen-rufen-zum-plastikfasten-auf,plastikfasten-100.html

Wir werden den Plastikverbrauch der Praxis prüfen und nach anderen Lösungen suchen und uns wöchentlich gegenseitig berichten, welche Erfolge und Ideen alle im privaten Plastikfasten gefunden haben.

Am letzten regnerischen und stürmischen Tag des Februars haben wir einen Praxisausflug auf den Hof Buchwald zu Familie Vogel gemacht. Auch wenn wir uns täglich um Hunde, Katzen und Heimtiere kümmern, lieben wir auch die sogenannten Nutztiere und sind immer wieder betroffen über das Leid dieser Tiere – bedingt durch rein profitorientierte Haltung, Transport und Schlachtung.

Der Hof Buchwald ist seit 2012 ein Biobetrieb gemäß der naturland-Richtlinien www.hof-buchwald.de Familie Vogel hat uns sehr herzlich empfangen. Wir haben eine sehr informative Führung dort erlebt.


Natürlich haben uns besonders die Tiere interessiert: wir haben 180 Legehennen in Ihrem Mobilstall besucht, die großen Schweinebuchten angeschaut, in denen circa 200 Mastschweine in kleinen Gruppen leben, die Mastbullen und Mastrinder bewundert und waren sehr positiv beeindruckt.


Beeindruckt über das Engagement von Familie Vogel, über die Offenheit, mit der uns über Erfolge und Schwierigkeiten eine tierartgerechte Haltung umzusetzen, berichtet wurde und über das große Fachwissen verbunden mit einem auch politischen Engagement.


Wir haben bereits beschlossen, den Hof Buchwald im Sommer erneut zu besuchen, um auch Ackerland, Grünland, die Schafe, die zweite Legehennenherde und vieles mehr anzuschauen. Auch Sie können dort Bio live erleben, es gibt regelmäßig Hofführungen für Kindergärten, Schulen und alle Interessierte.


Interessierte Kolleginnen beim Schmerzvortrag

Wir bleiben mit großem Engagement auf neustem wissenschaftlichen Stand. Dr. Rummel ist als Vorstandsmitglied an der Organisation des Katzenkongresses für TierärztInnen beteiligt, Dr. Rogalla unterrichtet in diesem Jahr an der Uni Gießen wieder Schmerztheorie und Akupunktur.

Frau Krenn, unsere tierärztliche Assistentin, besuchte den mehrtägigen Leipziger Tierärzte Kongress, eine Fortbildung zum Thema Ultraschall im Bauchraum und einen Kurs über Epilepsie.

Sara Windgass, unsere Auszubildende im 2. Lehrjahr, hatte in diesem jecken Monat auch Interessantes zu bieten: Sie ist eine echte Faschingsqueen, hatte Auftritte mit Ihrer Faschingsgarde und hat mit Ihren Freundinnen sogar den Wettbewerb um das bester Gruppenfaschingskostüm als Blumenstrauß gewonnen. Sind sie nicht Klasse !?

So – und nach dieser wilden Mischung möchte ich Ihnen natürlich auch wieder einige Patienten vorstellen.

Familie Walther-Morelli stellte uns ihre süße Bolonka Zwetna Hündin Mayla wegen persistierender Milchzähne im Ober- und Unterkiefer vor.

Dr. Rogalla extrahierte alle Milcheckzähne und nun werden hoffentlich die bleibenden, bereits vorhandenen Canini in die richtige Position nach außen rücken. Sollte dies nicht gelingen, muss Mayla vielleicht vorübergehend eine Spange tragen. Wir haben eine komplett eingerichtete Dentalstation data-fancybox=“gallery“ und auch diese Kieferkorrekturen führt Dr. Rogalla mit Begeisterung durch.


Felisa, die junge Katzendame von Familie Besarano, hatte eine Verletzung am Ohr und erhielt von Dr. Rummel Antibiotika und Schmerzmittel. Schon einen Tag später ging es Felisa wieder viel besser!


Da hat Missi, die 13- jährige Katze von Familie Kramer leider sehr viel massivere Probleme. Als sie Dr. Rummel vorgestellt wurde, war sie bereits in einem sehr schlechten Zustand. Nach Blutuntersuchungen, Röntgen und Ultraschall standen verschiedene massive Diagnosen fest: Missi hatte ein Lungenödem, bedingt durch eine schwerwiegende Herzerkrankung und zusätzlich noch eine Hyperthyreose. Wir haben einige Tage um ihr Leben gekämpft : sie kam als Notfall auf unsere Intensivstation und wurde auch nachts überwacht. Wir waren alle sehr glücklich, als sie es geschafft und die lebensbedrohliche Krise überlebt hat. Nun ist sie auf einige Medikamente eingestellt und es geht ihr viel besser!!! Wir drücken ihr Daumen und Pfötchen, das sie noch eine schöne Zeit hat.


Familie Heuser stellte uns ihre 8-jährige Schäferhund-Mixhündin Aluna wegen einer Lahmheit vor. Frau Dr. Rogalla hat ja eine orthopädische Spezialsprechstunde und führte dann eine Röntgendiagnostik durch.
Zur moralischen Unterstützung war auch Lucky, der einjährige Schäferhundmixrüde dabei.


Orthopädische Probleme hat leider auch der schöne MainCoon Kater Baxter von Herrn Dobrialska an Knie und Hüfte – hier auf dem Foto mit Laura.

Bei ihm wurde eine Goldimplantation von Dr. Rogalla als Schmerztherapie durchgeführt. Außerdem erhielt Baxter eine komplette Zahnsanierung und noch eine neue Frisur!


Philo, der 8- jährige Bernersennenhund-Mixrüde von Frau Kunz war uns bei der Routinekontrolle durch ein verändertes Blutbild aufgefallen. Bei der Kontrolle mittels einer Ultraschalluntersuchung fiel eine zunächst sehr kleine Veränderung an der Milz auf.

Wir beschlossen, da Philo putzmunter war, diese zunächst kleinmaschig weiter zu beobachten. Doch bei der nächsten Ultraschallkontrolle fiel auf, dass die Veränderung in der Milz gewachsen war. Nun entschieden wir gemeinsam mit Frau Kunz, die Milz zu entfernen und Philo wurde von uns operiert.

Alles ist sehr gut verlaufen, Philo war schon einen Tag nach der Operation wieder munter. Die Veränderung der Milz wurde patho-histologisch untersucht und ist glücklicherweise gutartig, hatte aber ein hohes Blutungsrisiko (Milztumore platzen sehr leicht und die Hunde verbluten dann sehr schnell) und somit war die Entscheidung, die Milz zu entfernen für Philo das Allerbeste für sein Leben. Frau Kunz ist nun sehr glücklich und zufrieden.

So, und nun verabschiede ich mich und wünsche Ihnen allen einen guten Start in das Frühjahr!

CIAO
Ihre Samira