November 2002

BobbyWUFF, da bin ich wieder und das Beste zuerst: wir haben neue Praxisräume gefunden!
Zum Frühjahr ziehen wir ein paar Meter weiter in den Arkadenhof, ganz dicht am Rathaus von Nidderau- doch keine Sorge , ich sage Ihnen rechtzeitig Bescheid und gefeiert wird dann natürlich auch wieder!
Schauen Sie doch mal in die Rubrik „Fall des Monats“, es war ein Freitag, an dem ich wieder warten mußte: Senta, die 11-jährige Dogge von Herrn Lindner hatte eine Magendrehung und wurde NOToperiert.

Beim letzten Mal hatte ich Ihnen ja versprochen, meine Freunde zu Hause vorzustellen.
Da wir gerade Halloween hatten , erzähle ich Ihnen , wie „SIRA“ , das schwarze Kätzchen zu uns kam.

Ich hatte mich gerade an das graue Knäuel „Shahin“ gewöhnt. Sein Name bedeutet Falke und so hat er sich auch benommen. Aus allen Ecken, vom Sofa, Schrank und Regal kam er angeflogen und krallte sich in meinem Fell fest – er hatte eindeutig mehr Spaß dabei als ich und ich hoffte inständig, daß er bald größer und vernünftiger werde!

Shahin war also seit September bei uns und an Halloween – Ende Oktober – kam Sira: ein schwarzes Knäuel – und noch kleiner als das graue Knäuel. Sie war gerade mal 4 Wochen alt und ist von ganz netten Leuten aus einem Gulli gerettet worden. Weniger nette Leute hatten es dort hineingeworfen, wahrscheinlich als „Halloween-scherz“, dem Brauch der Geisteraustreibung folgend. Irgendwelche Idioten haben vor langer Zeit schwarze Katzen als Beiwerk des Teufels bezeichnet und so werden Katzen Jahr für Jahr auch noch in der heutigen Zeit von weiteren Idioten gequält.
Dort maunzte sie ganz jämmerlich und ein junger Mann hat kurz entschlossen den Deckel hochgehoben, hat mutig ins Dunkel hineingegriffen und hat das verschreckte Würmchen herausgefischt. Dann ist er mit ihr schnell in unsere Praxis gekommen. Der kleine Katzenwelpe war total unterkühlt und geschwächt. Er hat sofort eine körperwarme Infusion erhalten und wurde auf ein Wärmekissen gelegt. Nach einigen Stunden konnte er endlich den Kopf heben und wieder ganz leise miauen. Ich war ganz gerührt, als er das erste Mal ein kleines Fläschen mit Katzenmilch austrank. Es dauerte 2 Tage lang, bis er sich so benahm , wie ich es von Shahin zuhause gewohnt war, aufstand, sich streckte, das Schwänzchen hochhielt, versuchte zu klettern und zu spielen.
Tja , spielen, mit wem denn in der Praxis???

Hmm, Sie ahnen es schon, der kleine Mini hatte kein Zuhause, wir aber ein Zuhause mit einem kleinem Kätzchen – und schwups hatten Shahin und ich eine Freundin- Sira- die Unergründliche. Bis heute läuft sie weg, wenn fremde Leute unser Haus betreten. Wir bemühen uns sehr um sie, aber auch nach drei Jahren hat sie die Angst vor Fremden nicht verloren und ist stets zurückhaltend. Ihr Trauma wird sie nie vergessen und ich denke ofter darüber nach, warum solche Tierquäler so unbescholten davon kommen !

Bis zum Dezember- Ihr nachdenklicher Bobby
(20.11.2002)