November 2014

shahinMiau, nun melde ich mich wieder, draußen ist es grau und nebelig – typisch November – und ich bin lieber im Haus und wärme mich an der Heizung.

Natürlich habe ich auch wieder Neues aus der Praxis zu berichten. So hat sich nochmals die Organisation „Tierärzte ohne Grenzen“ bei uns für unsere Teilnahme an der Impfaktion im Mai bedankt, wir sind von der ersten Stunde an Förderer dieses Projekts. www.impfenfuerafrika.de

Dieses Jahr sind besonders viele Spendengelder zusammengekommen, welche in der Tollwutbekämpfung in Kenia für Mensch und Tier eingesetzt werden. Für uns ist es nicht mehr vorstellbar, dass Kinder an Tollwut sterben, doch auf dem afrikanischen Kontinent ist das leider noch der Fall. Das Ziel ist, alle Dorfhunde gegen Tollwut zu impfen .

Auch wir sollten nicht leichtsinnig werden und unsere Tiere weiterhin konsequent schützen – nur wenn mehr als 70 % der Population aller unserer Tiere geimpft ist, sind wir sicher vor Krankheitsdurchbrüchen.

Ungeimpfte Tiere sind nicht nur selbst in Gefahr, sondern gefährden auch alle anderen Tiere

Als Team – und ich zähle mich natürlich auch dazu – bemühen wir uns täglich das Beste für Sie zu tun. Julia Kliem hat sich auch in diesem Monat in ihrem Spezialgebiet zur Ernährung in einem Seminar weiterqualifiziert.

Das gesamte Team wird einmal im Monat unter fachlicher Anleitung geschult, ihre Leistung für Ihre Lieblinge und Sie zu steigern. Wir freuen uns, wenn auch Sie uns mit Anregungen helfen, täglich besser zu werden.

Uns liegt die optimale Versorgung Ihrer kleinen Vierbeinigen Freunde am Herzen.

An dieser Stelle möchte ich mich als Katze zu Wort melden und Ihnen etwas zu unseren Eigenarten sagen, wir sind geheimnisvoll und sehr sensibel – und wir verraten ungern, wie es uns geht, wir versuchen, wenn es uns schlecht geht oder wir Schmerzen haben, so unauffällig wie möglich zu werden – ganz anders als Hunde. Wir sind einfach keine Jammerlappen und in der Regel werden wir erstmal nur ruhiger und schlafen mehr. Das ist nicht sehr schlau von uns, aber das liegt in unseren Genen! Wenn wir anfangen, schlechter zu fressen oder anders zu kauen als sonst, geht es uns wirklich richtig schlecht und wir können es nicht mehr verstecken. Deswegen ist es gut, wenn wir regelmäßig – auch die Zähne – untersucht und unsere Blutwerte protokolliert werden. Nur so wird sehr schnell entdeckt, wenn etwas mit uns nicht stimmt – denn in der Praxis sind wir die reinsten Sturköpfe – wir verraten mit unserem Verhalten gar nichts, stellen höchstens mal die Haare zwischen den Augen auf.

Mir hat sehr geholfen, dass regelmäßig mein Blut kontrolliert wird. Meine Niere wollte akut nicht mehr richtig arbeiten und mir war immer leicht übel, habe ich aber nicht gezeigt – doch ich wurde wegen der veränderten Nierenblutwerte sofort behandelt und jetzt ist alles wieder in Ordnung, meine Niere hat sich erholt und arbeitet wieder normal – Glück gehabt.

Vorsorge ist das Beste und Wichtigste, was wir Katzen brauchen.

So , nun habe ich schon ganz viel gesagt, aber trotzdem möchte ich Ihnen noch etwas aus der Praxis erzählen:

Gil auf dem Arm von Jessica

Die kleine „Smartie“ von Frau Slottke sieht man kaum. Da sie mit 6 Wochen noch zu jung für die Impfung ist, wurde sie vorab mit Immunserum vor den Katzenkrankheiten geschützt. Die erste richtige Impfung erfolgt dann im Alter von 8 Wochen.

Da ist „Gil“ von Fam. Künzken schon etwas größer, sie ist schon ein halbes Jahr alt und wurde kastriert und mit einem Chip versehen.

 

Balu mit seinem Frauchen Frau Kohlas

Wir halten die Kennzeichnung mit dem Chip (siehe elektronische Tierkennzeichnung, News Februar 2014 und Dezember 2013) und bei allen Katzen für sehr wichtig, bei Verlust findet nur 1 % der ungechippten Tiere ihr zuhause wieder, hingegen erhalten zu 99% die Besitzer-Innen ihre Katze zurück, wenn sie gekennzeichnet war !

Genauso alt wie Gil ist „Balou“, doch schon um einiges größer, er hatte eine schlimme Ohrenentzündung und mußte deswegen behandelt werden.


„Pascham“ der Familie Kozatürk kommt schon von Welpe an zu uns, er gehört zu unseren größten Patienten. Leider hatte er eine starke Gastroenteritis mit sehr blutigen Durchfall und wollte auch nichts mehr fressen.
Doch Dr. Rummel konnte ihm schnell helfen. Bei der Kontrolle ist er schon wieder gut gelaunt und genießt es offensichtlich, gestreichelt zu werden.

Frau Dr. Rogalla hilft vielen kleinen und großen Patienten mit Akupunktur.

Der kleine Zwergwidder „Sam“ wurde zu Frau Dr. Rogalla von einer Kollegin überwiesen, da ihm mit den schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr geholfen werden kann. Er wird jetzt mit Elektroakupunktur behandelt und zeigt schon kleine Fortschritte.

Bobby ist offensichtlich wieder gut drauf

„Bobby“ hingegen wurde aufgrund seiner Arthroseschmerzen mit der Goldakupunktur behandelt. Sein Frauchen ist begeistert von der Goldakupunktur: Bobby tobt und spielt wieder wie in alten Tagen.

Sein Frauchen kam mit ihm aus dem Saarland und sagt, dass der weite Weg sich wirklich gelohnt hat. Wir sind immer sehr glücklich, wenn wir unseren kleinen Patienten helfen konnten und sie wieder das Leben schmerzfrei genießen können.


Charly findet die Akupunktur Klasse.

Auch „Charly“, unsere Continental Bulldogge der Familie Klebe kommt zur Akupunktur, er wurde schon als sehr junger Hund in der Klinik an den Ellbogen operiert und hat trotzdem immer wieder Probleme mit dem Laufen. Einmal in der Woche kommt sein Frauchen mit ihm zur Akupunktur. Die Behandlung tut ihm gut und er läuft schon viel besser.


Ben wird gefüttert

Das Schicksal eines Patienten liegt uns allen besonders am Herzen, es geht um das Leben von unserem Maincoonkater „Ben“ von Frau Lückhardt. Seit 3 Wochen kämpfen wir um sein Überleben, seine Nieren haben plötzlich versagt (siehe Dr. Rummels Artikel Chronische Niereninsuffizienz – eine der häufigsten Krankheiten bei der Katze (pdf) im Tierärztlichen Journal für Reise und Medizin. Siehe auch Fall des Monats September 2002 und Wissenswertes: chronische Niereninsuffizenz bei der Katze). Er befindet sich bei uns auf Intensivstation und erhält täglich mehrmalig Infusionen zur „Blutwäsche“.

Ben im Arm von Sara

 

 


Seine bedrohlichen Werte haben sich ums dreifache verbessert, jetzt hoffen wir, dass die Nieren sich so weit erholt haben, dass sie wieder arbeiten. Alle Pfoten und Daumen werden gedrückt!

So, jetzt setze ich mich wieder auf meinen Lieblingsplatz auf der Heizung und denke an Ben, der das Wochenende zuhause verbringen darf !

Einen schönen November wünscht Ihnen
Ihr Shahin