Oktober 2004

BobbyWau, es ist wieder soweit. Ich kann Ihnen einiges aus unserer Praxis berichten, es ist soviel, dass ich gar nicht weiß, was ich zuerst berichten soll.
Gleich zu Beginn des Monats war mein Frauchen wieder als Dozentin unterwegs: auf dem jährlich stattfindenden ZÄN – Kongreß in Freudenstadt
(Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin), bei dem es auch eine Fort – und Weiterbildungsreihe für Tierärzte gibt, hat sie diesmal Vorträge über die erfolgreiche Therapie von hautkranken Hunden und Katzen mit Akupunktur gehalten.

Akupunktur

Dusty, der Liebling der Familie Koch, wird wegen seines chronischen Ekzems akupunktiert.

Wir haben viele chronisch kranke Tiere in unserer Praxis , vor allem auch Allergiker, die Dr. Rogalla mit der Akupunktur über die Schulmedizin hinaus erfolgreich unterstützt. Aus diesem Erfahrungsfundus konnten viele Kollegen/ -innen profitieren.

 

 

Mein zweites Frauchen, Dr. Rummel, hingegen war eine Woche in Dublin, Irland, auf dem hochkarätigem internationalen Katzenkongreß und hat wieder eine Menge neue Erkenntnisse aus der Katzeninternistik mitgebracht, die natürlich sofort bei uns in die Praxis umgesetzt werden. Ich bin ziemlich stolz, dass wir immer auf dem neusten Wissensstand sind!

Felis
Im Fall des Monats geht es diesmal deshalb auch wieder um eine Katze, dem 10-jährigen „Felis“ von Frau Köllisch aus Assenheim, der eine tumorähnliche Hautveränderung auf der Nase hatte, die nicht abheilen wollte.Das Schönste aber habe ich mir bis zum Schluß aufgehoben.

Gestern waren wir im Hausbesuch bei unserer jungen West Higlandterrier Zuchthündin “Sarah„ der Familie Reis in Heldenbergen – neun quietschvergnügte Welpen hat sie vor 3 Tagen geworfen – und dort habe ich erfahren, dass unser Max von der Bauernfamilie Goy, dem wir zu Silvester diesen Jahres aufgrund eines tragischen Unfalls ein Vorderbein abnehmen mussten (siehe Fall des Monats Februar 2004) ein großes Abenteuer durchlebt hat.
Also, ich beginne ganz von vorne.

Max

Max hat sich nach der Operation prächtig entwickelt. Trotz seiner drei Beinchen hüpft er über den Hof wie alle anderen Katzen auch, Heuschober rauf, Heuschober runter, selbst mit den Mäusen räumt er auf – und weil er etwas ganz Besonderes ist, darf er sogar in die gute „Stubb“, wie wir in Hessen sagen.Es ist Heuernte, es werden Ballen geladen und bis in die späte Nacht verteilt. Ein Teil des Heu´s geht nach Karben für die Versorgung von Pferden.

Unserem Max macht das Hin und Her Spaß, und ohne dass es jemand bemerkt, klettert er auf den Wagen und geht mit auf die Reise. Irgendwo muß er abgesprungen sein und findet nicht mehr nach Hause.
Die ganze Familie Goy ist unglücklich und in größter Sorge. Wie soll sich ein dreibeiniger Kater allein zurechtfinden, wird er etwa auf der Suche nach seinem Heimathof überfahren ?
Max wird gesucht, die Strecke nach Karben wird mehrmals abgefahren, sogar bei Nacht – überall werden Zettel ausgehängt, bald weiß jeder Hof, dass Max verschollen ist.
Aber er taucht nicht wieder auf.
Es vergehen ganze sechs Wochen, Familie Goy hofft immer noch auf ein Wunder.
Da klingelt das Telefon, Max – rot und mit seinen drei Beinen eindeutig identifizierbar – frisst in Karben aus dem Napf eines anderen Familienkaters. Das Glück ist unfassbar – natürlich wird Max sofort zurückgeholt.
Er hat einige Kratzer, wahrscheinlich hat er im fremden Revier einiges an Prügel einstecken müssen, doch ansonsten ist er wohlauf.
Er hat wieder seinen Lieblingsplatz auf dem Sessel eingenommen – und wie mein Frauchen ganz zu Beginn zu Familie Goy sagte – auch als dreibeiniger Kater kann man ein ganz normales- und wie Sie sehen – sogar abenteuerliches Leben führen.
Also, ich bin happy, dass alles ein so gutes Ende gefunden hat.
Bis demnächst – dann erzähle ich Ihnen von meinem Nachbarn „Filou“, einem Berner Sennen – Mix aus Ostheim .
Ciao Ihr Bobby