September 2010

Bobby

Wau, da bin ich wieder und freue mich über die schöne Herbstsonne, die uns nach diesem verregneten August Wärme und gute Laune beschert.
Am 6. September feiere ich meinen 13. Geburtstag und bin sicher, dass es etwas besonders Leckeres zum Essen geben wird. Inzwischen merke ich meine Jahre schon ein bisschen und die ganz großen Wanderungen macht mein Frauchen nicht mehr mit mir.

Nun hat mir ein Kumpel, der immerhin schon 16 ist ein Urlaubsfoto geschickt, auf dem er im hoteleigenen Hundebuggy sitzt und dadurch auch bei längeren Spaziergängen dabei sein konnte! Na, das ist doch eine gute Idee!

Die Radiosendung von meinem Frauchen Dr. Rummel am Mittwoch, den 25. August im HR 4 ging diesmal über Zahnerkrankungen und Zahnpflege bei Hund, Katze und Heimtieren. Also, meine Zähne werden schon lange geputzt und ich kann das nur empfehlen, es ist ganz einfach und die Zahnpasta schmeckt sogar sehr lecker. All meine Zähne sind noch super und ich habe noch nicht einen einzigen Zahn verloren!

Am 8.August war Weltkatzentag und den habe ich natürlich mit meinen drei Salonlöwen gefeiert!
Leider sind viele der Großkatzen vom Aussterben bedroht!
Anfang des 20.Jahrhunderts gab es noch 100.000 Tiger und inzwischen leben noch ca. 3200 dieser wunderschönen Tiere auf unserem Planeten, da ihr Lebensraum durch die Menschen immer kleiner gemacht wird – hoffentlich gelingt es diese Tierarten zu erhalten !!!
www.wwf.de/themen-projekte/artenlexikon/tiger-allgemein/
In meiner letzten Geschichte vom August habe ich ja über unsere Nutztiere und besonders über Schweine und deren Lebensbedingungen erzählt.
Julia Kliem, unsere Auszubildende im 3. Lehrjahr hat ihren Monatsbericht über die Gefühle der Tiere und die Tötung der Tiere in unseren Schlachthöfen geschrieben. Sie hat uns in unserer Teamsitzung einen Vortrag mit einer Powerpointpräsentation gehalten, und ich fand es super, wie sehr sie sich engagiert hat und wie umfassend sie im Internet dafür recherchiert hat!
Traurig ist wie viel vermeidbares Leid weiterhin durch unsachgemäßen Transport und Tötung der Tiere entsteht.
500.000 Schweine und 200.000 Rinder werden in unseren Schlachthöfen nach unzureichender Betäubung lebendig gehäutet und gesiedet – da gibt es noch viel zu tun und wir als Tierärzteschaft bemühen uns sehr, diesen Misständen entgegenzutreten.
Dafür brauchen wir auch IHRE Unterstützung.

Effektive Verbesserungen des Tierschutzes bei der Schlachtung, Kontrollen und Ahndung bei Verstößen muss von uns allen gefordert werden, nur so gelingt es in den Fachgremien schnelle Gesetzesänderungen durchzusetzen.
Ein wesentliches Problem ist, das weiterhin Akkordlöhne gezahlt werden d.h. das nur Sekunden bleiben, um die sachgemäße Tötung von den Tieren zu überprüfen. Die Bandgeschwindigkeit gibt Tötungen von 1500 ! Tieren pro Stunde vor! Deswegen wird auch das Band nicht angehalten, wenn ein Tier nicht richtig betäubt ist.
Tierschutz steht vor wirtschaftlichen Gründen!!!

So, und nun möchte ich natürlich auch aus unserem täglich spannenden Alltag, der sich um Kleintiere dreht berichten:

Frau Köllisch hat uns ihre maurischen Landschildkröten „Nessaja“ und „Morla“ vorgestellt.

„Dandy“ den 12-jährigen Havanesen von Herrn Esposito kenne ich schon von klein auf, er hatte eine gebrochenen Kralle , die gezogen werden musste.

Dandy mit unserer neuen Auszubildenden Melanie

Joopie schläft sich auf der Station nach der Operation aus

Bei „Jopie“ dem Shapenduesrüden der Familie Koch wurde ein umfassender Seniorcheck durchgeführt, das bedeutet eine komplette Blutuntersuchung und Ultraschallkontrolle des Herzens und des Bauchraumes. Beim Ultraschall der Milz stellte sich heraus , dass er einen pampelmusengroßen Milztumor hatte, und deswegen musste „Jopie „ schnell operiert werden.

 

Die Entfernung der Milz hat „Jopie“ trotz seines hohen Alters sehr gut überstanden und seine Familie war sehr glücklich zu erfahren, das der Tumor gutartig war!

Bei „Bella“ und „Ben“, den süßen Zwergwiddern von Frau Ahrens wurde eine Beratung zur Kastration durchgeführt, und die beiden wurden gegen Myxomatose und Kaninchenschnupfen geimpft.

Der Kater „Nero“ von Frau Emig wurde kastriert und wir freuen uns über alle Besitzer, die Verantwortung übernehmen und ihre Hauskatzen kastrieren lassen !

Das Problem der sogenannten Strassenkatzen entsteht durch Privatpersonen, die ihre freilaufenden Katzen nicht kastrieren lassen!!!
In Köln z.b. gibt es 50000 wilde Katzen.
Belgien hat nun das Gesetz verabschiedet, dass Katzen kastriert werden müssen und auch in Deutschland wird dieses Gesetz wahrscheinlich kommen.

Die zehnjährige Colliedame von Familie Würtenberg hat ihre Brutkrebsoperation gut überstanden, schon ein Tag nach der Operation läuft sie munter in die Praxis zur Nachbehandlung.

 

 

 

 

 

Auch bei „Alf“, dem Rauhhaardackelrüden von Herrn Deil musste Dr. Rogalla einen gutartigen, apfelsinen großen Tumor aus der Oberarmmuskulatur entfernen. Die Operation ist erfolgreich verlaufen und zu den Kontrollbesuchen hatten wir eine kleine Modenschau mit täglich wechselnden T-Shirts und einem stets gutgelaunten „Alf“.

Der Tumor in der Schulter

Frau Seel stellte uns ihren Bolonka Zwetna Rüden „Leo“ vor, der ein Problem mit der Kniescheibe hat (Patella Luxation rechts nach lateral) und deswegen eine Spritzkur zur Festigung des Bandapparates erhielt.

Begeistert waren wir auch von „Romy“ einem 600 g schweren Katzenenergiepaket. Die kleine Dame vom Bauernhof hatte Katzenschnupfen, Flohbefall, Ohrmilben und Wurmbefall und eine Menge Glück, da sie von Familie Siegler aufgenommen wurde. Sie hat einen enormen Lebenswillen und inzwischen geht es ihr auch durch die Behandlung schon viel besser. Wenn wir alle Untermieter los sind und sie nicht mehr schnupft, werden wir dann mit den Impfungen beginnen.

Nun möchte ich Ihnen noch unseren ältesten Hundepatienten vorstellen, Peggy, die Hundedame ist geschlagene 19 Jahre alt und wurde vor 3 Monaten noch von Dr. Rogalla operiert. Die Operation hatte sich gelohnt, denn Peggy geht weiterhin täglich mit Frauchen spazieren und freut sich über ihr Seniorenleben.

Dr. Rummel, unsere Spezialistin für Internistik bei Katzen, hat in einer tierärztlichen Fachzeitschrift einen Artikel über Pankreatitis bei Katzen veröffentlicht.
Im Fall des Monats beschreiben wir Ihnen nochmals den Verlauf dieser sehr schweren Erkrankung und linken Sie auch auf die Veröffentlichung.

So, nun scheint immer noch die Sonne und ich gehe jetzt spazieren.
Ciao Ihr Bobby